Anwendung von Progesteron

Progesteron wird angewendet, um Zyklusstörungen zu beheben oder prämenstruelle Beschwerden zu lindern.1


Progesteron in der Therapie

Aufgrund seiner raschen Metabolisierung ist insbesondere die orale oder vaginale Gabe von Progesteron nicht ausreichend, um bei Frauen zuverlässig kontrazeptiv zu wirken. Im Rahmen der Kontrazeption werden deshalb synthetische Gestagene eingesetzt.2

In der Hormonersatztherapie werden häufig Kombinationspräparate aus Östrogenen und Progesteron verwendet, um den proliferationsstimulierenden Endometriumswirkungen der Östrogene entgegenzuwirken.1 Progesteronpräparate kommen außerdem bei Fruchtbarkeitsstörungen zum Einsatz. So können vaginale Progesteronpräparate zur Unterstützung der Gelbkörperphase im Rahmen der assistierten Reproduktion sowie zur Verhinderung von Frühgeburten eingesetzt werden.3

Orales Progesteron findet zudem bei Zyklusstörungen auf Basis einer Lutealinsuffizienz Verwendung. In dieser Situation werden durch Progesteron weitere Unregelmäßigkeiten des Menstruationszyklus vermieden.4

Wie kann Progesteron verabreicht werden?

Progesteron wird häufig oral in Form von Weichkapseln oder Tabletten verabreicht sowie vaginal in Form von Zäpfchen oder eines Gels. Im Rahmen der assistierten Reproduktion oder generell in der Schwangerschaft kann die rasche Metabolisierung nach oraler Verabreichung jedoch mit einer verringerten Wirksamkeit einhergehen, sodass hier die vaginale Verabreichung als Weichkapseln, Tabletten oder Gel dominiert.5

  1. Aktories, K., Förstermann, U., Hofmann, F.B., Starke, K. (2005). Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 9. Auflage.

  2. Taubert, HD., Kuhl, H. (1995). Kontrazeption mit Hormonen. Georg Thieme Verlag.

  3. Ruan, X., Seeger, H., Mueck, A.O. (2012, Apr). The pharmacology of dienogest. Maturitas; 71 (4), pp. 337-44.

  4. Shangold, M., Tomai, T., Cook, J., Jacobs, S., Zinaman, M., Chin, S., & Simon, J. (1991, Dec). Factors associated with withdrawal bleeding after administration of oral micronized progesterone in women with secondary amenorrhea. Fertil Steril, 56(6), 1040-7.

  5. Siegenthaler, W., Blum, H.E. (2006) Klinische Pathophysiologie. Georg Thieme Verlag, 9. Auflage.

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