Anwendung von Estradiol

Eine Hormonersatztherapie mit Estradiolpräparaten wird besonders bei postmenopausalen Frauen, bei Fehlentwicklungen der Gonaden und als Bestandteil der hormonellen Kontrazeption bei geschlechtsreifen Frauen angewendet.1


Wann ist eine Hormonersatztherapie ratsam?

Bei postmenopausalen Frauen ist das Ziel der Behandlung, die Symptome des klimakterischen Syndroms zu lindern oder zu beseitigen. Zudem kann bei Estradiolmangel eine Hormonersatztherapie als Osteoporoseprophylaxe und – vor allem bei vorzeitiger Menopause – zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen eingesetzt werden.1

Estradiol, überwiegend jedoch das synthetische Derivat Ethinylestradiol, ist als Östrogenkomponente in hormonellen Kontrazeptiva enthalten.1

Bei einem bestehenden Mamma- oder Uteruskarzinom, einer Endometriose oder einer Lebererkrankung wird von einer Estradiolbehandlung abgeraten.1 Zudem erhöht eine kontinuierliche Estradioltherapie das Risiko für Endometriumkarzinome um den Faktor 5–15.1 Durch eine Kombinationstherapie von Estradiol und Gestagenen, die einen antiproliferativen Effekt auf das Endometrium aufweisen, kann das Risiko jedoch gesenkt werden.1

Estradiolpräparate werden in Form von Tabletten, Gel oder Pflastern verabreicht.1

  • 1.

    Aktories, K., Förstermann, U., Hofmann, F.B., Starke, K. (2005). Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 9. Auflage.