Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Estriol

Abweichende Estriolspiegel sind vor allem bei Beschwerden der Wechseljahre, insbesondere dem urogenitalen Syndrom der Menopause, sowie im Umfeld möglicher Komplikationen bei einer Schwangerschaft relevant.


Welche Krankheitsbilder stehen mit verminderten Estriolwerten im Zusammenhang?

Im Blutkreislauf der Mutter wird Estriol schnell ausgeschieden. Somit liefert die Diagnose des Estriolspiegels der Mutter wichtige Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand des Fetus. Wird ein Abfall des Estriolspiegels nachgewiesen, kann die Hormonproduktion des Fetus z. B. durch eine Unterfunktion der fetalen Hypophyse beeinträchtigt sein.1 Zudem konnte eine verringerte Estriolproduktion im Zusammenhang mit Trisomie 21 nachgewiesen werden.2

Nach der Menopause kommt es bei Frauen zu einem Abfall der Östrogen- und auch der Estriolproduktion. Dies kann zu den Wechseljahresbeschwerden beitragen.1

Auf welche Erkrankungen kann ein erhöhter Estriolspiegel hinweisen?

Eine Erhöhung des Estriolspiegels kann u. a. durch Tumoren der estriolproduzierenden Gewebe wie Ovarien oder Nebenniere hervorgerufen werden. Aber auch eine Leberzirrhose kann mit erhöhten Estriolwerten einhergehen.3

  • 1.

    Carroll, G. (2010). Problem-based Physiology. Saunders Elsevier Verlag.

  • 2.

    Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K. T. M. (2000). Geburtshilfe. Springer Verlag.

  • 3.

    Aktories, K., Förstermann, U., Hofmann, F.B., Starke, K. (2005). Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 9. Auflage.