Symptome und Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Estradiol

Viele Faktoren können Ursachen für Abweichungen des Estradiolspiegels von den Normwerten sein, was zu spezifischen Symptomen führt.


Welche Krankheitsbilder stehen mit erhöhten Estradiolwerten im Zusammenhang?

Eine erhöhte Produktion von Estradiol kann u. a. durch Tumoren der estradiolproduzierenden Gewebe hervorgerufen werden oder erblich bedingt sein. Außerdem kann eine Erhöhung des Estradiolwertes auch auf einer Schwangerschaft beruhen, da zusätzliches Estradiol von der Plazenta produziert wird.1

Liegt ein erhöhter endogener Estradiolspiegel vor, ist dies aufgrund der proliferationsstimulierenden Wirkung mit einem größeren Risiko für die Bildung von Mamma- und Uteruskarzinomen verbunden. Weiterhin kann mit einem erhöhten Estradiolspiegel während der Entwicklung ein vorzeitiger Epiphysenschluss und somit eine verringerte Körpergröße einhergehen.1

Welche Symptome treten durch einen Abfall der Estradiolproduktion auf?

Der häufigste Grund für den Abfall der Estradiolproduktion ist die physiologische hormonelle Umstellung im Rahmen der Wechseljahre. Dies kann mit einer Vielzahl von Symptomen einhergehen, die unter dem Begriff "klimakterisches Syndrom" zusammengefasst werden.2 Auch eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI = prämature Ovarialinsuffizienz) führt zu einem Estradiolmangel mit entsprechenden Symptomen.

Mit dem Absinken des Estradiolspiegels im menopausalen Übergang können verstärkt vasomotorische Symptome mit Hitzewallungen in Begleitung von Schweißausbrüchen auftreten. Diese können tagsüber und auch nachts wiederholt auftreten und einige Minuten bis zu einer Stunde anhalten.2

Zudem können (psycho-)vegetative Symptome auftreten, die sich u. a. in Nervosität, Angstzuständen, depressiven Verstimmungen und Schwindel äußern. Auch kann es zu Schlafstörungen kommen, die möglicherweise in einer reduzierten kognitiven und körperlichen Leistungsfähigkeit resultieren.2

Darüber hinaus treten körperliche Veränderungen auf. Da Estradiol den Knochenabbau durch Osteoklasten inhibiert, resultiert Estradiolmangel in einem Verlust an Knochenmasse und erhöht so die Gefahr für Osteoporose und osteoporosebedingte Frakturen. Die fehlende Stimulation des Wachstums der Epithelschichten des Endometriums und des Urethraltraktes kann zu Atrophien dieser Epithelien führen und somit deren Funktionalität einschränken. So treten Veränderungen des Urogenitaltraktes auf, die Harnwegsinfekte und Inkontinenzbeschwerden begünstigen können. Weiterhin kann die Estradiolabnahme zu einer reduzierten Produktion des Zervikalsekrets führen und eine gesteigerte Anfälligkeit für bakterielle Vaginalinfektionen hervorrufen.3

Weitere Informationen zur Indikation Wechseljahresbeschwerden finden Sie hier.

  • 1.

    Aktories, K., Förstermann, U., Hofmann, F.B., Starke, K. (2005). Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 9. Auflage.

  • 2.

    Gätje, R., et al. (2015). Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage.

  • 3.

    Lasch, L., Fillenberg, S. (2017). Basiswissen Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer Verlag.