Neu: FIGO empfiehlt: Anwendung von bioidentischem Progesteron zur Vermeidung von Frühgeburten

Die Frühgeburt trägt ausschlaggebend zur perinatalen Morbidität und Mortalität bei. Dementsprechend zeugt das Krankheitsbild von hoher klinischer Relevanz. Progesteron ist, spätestens seit der Empfehlung in der deutschen S2k-Leitlinie, dafür bekannt, Vorteile zur Prävention einer Frühgeburt bei entsprechender Indikationsstellung zu bringen.


Seit Oktober empfiehlt die bedeutsame internationale Vereinigung für Gynäkologie und Geburtskunde FIGO (Federation Internationale de Gynecologie et d’Obstetrique) schwangeren Frauen bei Vorliegen von bestimmten Voraussetzungen die tägliche Anwendung von vaginalem Progesteron, um das Risiko für Frühgeburten zu reduzieren.

Die Empfehlung durch eine weitere internationale Fachgesellschaft stärkt weiter die Position von Progesteron auf internationaler Ebene und dessen Nutzen, um das Risiko von Frühgeburten zu reduzieren. 

Die Voraussetzungen für die Anwendung von vaginalem Progesteron sind zum einen eine oder mehrere spontane Frühgeburten in der Historie und/oder eine Zervixlänge < 30 mm (vor der 24. SSW). Die empfohlene Therapie ist die tägliche Anwendung von vaginalem Progesteron oder wöchentlich 17-OHPC i.m. (17-OHPC ist in Deutschland nicht im Handel).1

Warum eine kontinuierliche Anwendung wichtig ist

Im deutschsprachigen Raum orientieren sich Ärzte vornehmlich an der gemeinsamen S2k-Leitlinie „Prävention und Therapie der Frühgeburt“ der Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Empfehlungen von vaginalem Progesteron, wie beispielsweise als Kapseln in der Primär- und Sekundärprävention zur Verhinderung einer Frühgeburt, sind bereits bekannt und gehören zum Praxisalltag.2

Progesteron hat aufgrund mehrerer pharmakologischer Aspekte einen positiven Einfluss auf den Fortgang der Schwangerschaft. Dazu zählen u.a. folgende Effekte:

  • Progesteron inhibiert die Apoptose in den Eihäuten und kann damit einen Blasensprung verhindern.3
  • Erhalt der Festigkeit: Progesteron vermindert die Kollagendegradation in der Zervix und wirkt so einer Muttermunderöffnung entgegen.4
  • Ruhigstellung der Gebärmutter: Progesteron entfaltet einen direkten tokolytischen Effekt am Myometrium.5

Die kontinuierliche Anwendung von Progesteron über die gesamte, in der S2k-Leitlinie empfohlenen Anwendungsdauer, sollte dabei beachtet werden. 

 

Fazit

Die Empfehlung der FIGO bekräftigt einmal mehr den Stellenwert von Progesteron zur Prävention der Frühgeburt. 

Referenzen

1 Shennan A, Suff N, Leigh Simpson J, Jacobsson B, Mol BW, Grobman WA. the FIGO Working Group for Preterm Birth. FIGO good practice recommendations on progestogens for prevention of preterm delivery. Int J Gynecol Obstet. 2021; 155:16–18. https://doi.org/10.1002/ijgo.13852

2 Prävention und Therapie der Frühgeburt. Leitlinie der DGGG, OEGGG und SGGG (S2k-Level, AWMF Registernummer 015/025, Februar 2020). https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-025.html.

3 Luo G, Abrahams VM, Tadesse S, Funai EF, Hodgson EJ, Gao J, Norwitz ER. Progesterone inhibits basal and TNF-alpha-induced apoptosis in fetal membranes: a novel mechanism to explain progesterone-mediated prevention of preterm birth. Reproductive sciences (Thousand Oaks, Calif.). 2010; 17(6):532–539.

4 Kuon RJ, Shi SQ, Maul H, Sohn C, Balducci J, Maner WL, Garfield RE. Pharmacologic actions of progestins to inhibit cervical ripening and prevent delivery depend on their properties, the route of administration, and the vehicle. American Journal of Obstetrics and Gynecology 2010; 202(5):455.e9.

5 Garfield RE, Saade G, Buhimschi C, Buhimschi I, Shi L, Shi SQ, Chwalisz K. Control and assessment of the uterus and cervix during pregnancy and labour. Human reproduction update 1998; 4(5):673–695.


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