Hormonersatztherapie und Brustkrebsrisiko – eine neue Meta-Analyse

Am 29. August 2019 wurde eine Meta-Analyse zum Brustkrebsrisiko unter menopausaler Hormonersatztherapie (HRT) in der britischen Zeitschrift „The Lancet“ vorab online veröffentlicht. Es gibt ein großes Medienecho. Wir fassen Ihnen die wichtigsten Fakten zu der Studie zusammen.


Was ist das für eine Studie?

Es handelt sich um eine Meta-Analyse von 58 epidemiologischen Studien zum Zusammenhang HRT und Brustkrebs. Wie die Internationale Menopause Gesellschaft (IMS) kommentierte, waren die eingeschlossenen Frauen im Durchschnitt Langzeitanwenderinnen über 7–10 Jahre und ein Großteil der Anwendungsjahre lag vor 2002. Mit Publikation der WHI-Studie 2002 änderten sich die Praktiken der HRT-Verordnung stark.

Was sind die Ergebnisse? 

Die Ergebnisse der neuen Meta-Analyse sind prinzipiell bekannt:

  • Eine HRT war mit einer Erhöhung des Brustkrebsrisikos verbunden.
  • Die Risikoerhöhung fiel für Kombinationen aus Östrogenen und synthetischen Gestagenen (relatives Risiko [RR] zwischen 1,6 und 2,5 je nach Anwendungsdauer) stärker aus im Vergleich zur Anwendung von Östrogen allein (RR zwischen 1,2 und 1,6).
  • Übergewichtige Frauen hatten ein erhöhtes Basisrisiko für Brustkrebs, die Risikoerhöhung durch HRT war jedoch geringer. Bei übergewichtigen Frauen führte die alleinige Östrogenanwendung nicht zu einer Risikoerhöhung.
  • Die Einschränkungen für Beobachtungsstudien sind zu beachten. Insbesondere handelt es sich um statistische Assoziationen, nicht um den Nachweis von Kausalzusammenhängen.

Was bedeutet das für die Praxis?

  • Die bereits bestehende Empfehlung, dass die Indikation für eine Hormonsubstitution stets individuell ermittelt und in regelmäßigen Abständen überprüft werden sollte, wird durch diese Studie untermauert.
  • Bei Überlegungen zur Anwendung einer HRT sollten neben den Risikofaktoren auch die Schwere der Symptome, ein möglicher Zusatznutzen und die persönlichen Wünsche der Patientin berücksichtigt werden.
  • Da in der Meta-Analyse vorrangig ältere Studien ausgewertet wurden, entsprachen die angewandten Östrogene und Gestagene nicht den aktuellen Empfehlungen. Es wurden vorrangig synthetische Gestagene verwendet.
  • Übergewicht ist generell ein bedeutender Risikofaktor für das Auftreten von Brustkrebs.
  • Die Fachinformationen der HRT-Präparate können als behördlich anerkannte und damit verbindliche Grundlage zur Abschätzung des Brustkrebsrisikos herangezogen werden.

Weitere Informationen im Internet

Stellungnahme der IMS (International Menopause Society)
Stellungnahme der NAMS (The North American Menopause Society)
Stellungnahme Prof. Dr. med. Petra Stute, Präsidentin der Schweizerischen Menopause Gesellschaft (SMG)
Veröffentlichte Studie im Lancet


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